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  • 8. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Jetzt gibt es so viele verschiedene Themen, die ich im Kopf habe, dass ich noch etwas blockiert bin. Was denn jetzt raus pusten? Jetzt habe ich ein Thema gewählt, das immer Fragezeichen aufwirft: Schwimmen mit Paddles – ja oder nein?



Jetzt kommt vermutlich die grosse Verwunderung: Nein, braucht es nicht zwingend! Im Freizeitsport bringen Paddles auf Dauer oft mehr Schaden als Nutzen. Warum ist das so? Freizeitsportler trainieren oft auf einem Level, bei dem die Schultern bereits einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind, aber wegen Zeitmangel zu wenig gezielten Support im Bereich Mobilität und Kräftigung bekommen. Diese beiden Elemente sind für ein regelmässiges Schwimmen mit Paddles äusserst wichtig, um langfristig die Schultergelenke nicht zu schädigen.


Das ist eine heikle Grauzone, bei der natürlich auch die Genetik eine Rolle spielt. Wenn ich jetzt so mit dem Daumen über alle meine Triathleten und Freizeitschwimmer peile, ist es einer von fünf mit Problemen wegen Paddles. Meistens sind es die Männer, weil die mit mehr Krafteinsatz schwimmen, oft weniger „sauber“.


Bereits eine minimale muskuläre Instabilität in der Schulter bzw. der Rotatorenmanschette wird sich nach tausenden Armzügen möglicherweise negativ auswirken. Die Schulter braucht eine perfekte Stabilität, Mobilität und kräftige, ausgeglichen trainierte Muskeln rundherum, um funktional korrekt zu arbeiten. Profi-Schwimmer arbeiten mit ganz präzisen Übungen, um diese Muskulatur maximal zu trainieren. Mehr als alles andere!


Aber darum trainiere ich ja mit Paddles damit sich genau das stärkt? Ja und Nein. Das Paddle-Schwimmen alleine ist zu wenig für das grosse Belastungsmoment. Das ist vergleichbar mit Liegestütze. Wenn ich zu wenig Kraft habe für ganze Liegestütze, dann kann ich entweder den Körper so verwurschteln und verbiegen dass ich irgendwie hoch komme, oder ich baue die Liegestütz clever auf über flachere Winkel, negative Liegestütz, Knie Einsatz und Gummiseil Unterstützung. Macht man das nicht, werden die Schultern vermutlich Probleme machen bevor diese stark genug sind ganze Liegestütz zu bewältigen. Bei den Paddels ist es ähnlich.


Aber warum können so viele Freizeitschwimmer mit Paddles schwimmen, ohne Probleme zu bekommen, wenn’s so gefährlich ist? Einfache Antwort: Die Dosis macht das Gift. Meist wird 1–2 Mal pro Woche trainiert. Davon wird im Schnitt 1 km mit Paddles geschwommen. Sehr oft wird das Paddle gar nicht voll „genutzt“. Die Hand weicht dem erhöhten Druck unbewusst etwas aus, flacht sich ab und der eigentlich gewollte Effekt des Paddles wird geschwächt. Ja genau, im Grunde fast nutzlos oder sogar ein Nachteil, denn diese labile Handstellung im Zug kann man sich schnell angewöhnen – auch ohne Paddles. Zudem können sich die Schultern zwischen zwei Trainings tagelang erholen.

Jetzt funkelt mein Gedanke möglicherweise schon etwas heraus? Lege ich diese Faktoren alle übereinander, erkennt man schnell, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht wirklich aufgeht. Und daher sage ich in dem Fall oft pauschal: Im Zweifel - erstmal weg mit den Paddles.



Wann machen Paddles Sinn?


Genau dann, wenn man gezielt lernt, damit zu schwimmen. Die Handposition und Schulterposition zu halten, das Paddle im richtigen Handwinkel zu führen und noch ein paar Kleinigkeiten mehr.

Wenn ja, welche Grösse? Je kleiner, desto besser! Ich sehe immer wieder Leute mit klodeckelgrossen Paddles schwimmen, die kaum Zeit im Wasser oder im Gym verbringen. Macht wenig Sinn. Ich bin jetzt nicht Superman, aber auch nicht das schwächste Glied in der Kette, und ich habe verschiedene Paddles verwendet. Die grössten waren maximal zwei Fingerbreiten, die kleineren nur wenige Millimeter über den Handrand hinaus. Diese Paddles waren völlig ausreichend und bei schnellem Schwimmen trotzdem maximal belastend.


Zusammengefasst heisst das: Jeder soll natürlich für sich entscheiden, was passt. Aus meiner Sicht gibt es bei den meisten ausreichend zu trainieren, um mit den eigenen Handflächen optimal zu schwimmen.


Daher mein Fazit: Eher weglassen und wenn ja, kleine Paddles mit grossem Respekt.

 
 
 

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